Mikow-Lumne

Die Folgen der Präsidentenwahl in Amerika

Nun ist das Unfassbare eingetreten. Donald Trump ist der neue Präsident der Vereinigten Staaten. Bis zum Schluss hielt die Welt einen Sieg für unmöglich. Trump trat im Wahlkampf verbal von einem Fettnapf in den nächsten. Nun wurde die Welt eines Besseren belehrt. Das amerikanische Volk hat den berühmtesten Proleten zur Ikone erhoben, ihm geglaubt, er könne die Welt ins goldene Licht rücken. Ohne auch nur mit einer Silbe zu erwähnen, wie er seine hinaus posaunten großen Pläne verwirklichen will polterte er munter drauf los, machte auch vor Äußerungen gegen Barack Obama und Hillary Clinton nicht halt. Man muss nicht schlau sein um zu wissen, das die von ihm angekündigten Arbeitsplätze Geld kosten und nicht wie junger Weizen aus dem Nichts erwachsen. Muslimen die Einreise in das Land zu verwehren und der Angriff auf das Pariser Klimaabkommen wurden still und heimlich vorerst auf Eis gelegt. Doch was bleibt ist ein geplanter Ausbau von Rassismus, Diskriminierung und Hetze. Bleibt abzuwarten, ob die rüde Art und Weise seines Auftretens nur zum Zweck des Wahlsieges inszeniert wurde. Ein Land wie Amerika wird er wahrscheinlich so nicht voran bringen. Gespannt schaut die Welt nach Amerika und die Regierungen der Welt tun gut daran, auf der Hut zu sein und das Gespräch mit ihm zu suchen. Denn eines hat der Trump-Wahlsieg gezeigt, die Menschen wollen Bewegung und sind überzeugt, konventionelle Politik vergisst ihren Auftrag dem Volk zu dienen, ihre Interessen zu vertreten. Oft genug hat die Geschichte gezeigt wie Menschen durch lauten Populismus blind den späteren Diktatoren folgten und viel zu spät erwachten. In Deutschland machen die Anhänger von Pegida und AfD nun Freudensprünge, tönen lauthals, wie Recht sie hatten und gehen damit gefährlich gestärkt aus der amerikanischen Wahl hervor. Nun ist es vordringliche Aufgabe der europäischen Politiker die Demokratie in den Ländern zu festigen, dem Volk mehr Gehör zu schenken und auch die Unzufriedenheit der Menschen ernsthaft zur Kenntnis zu nehmen. Tun sie das nicht, wird sich die rechte Entwicklung weiter dynamisieren. Errungenschaften wie die Rechte der Frauen und Minderheiten, Gleichberechtigung der Geschlechter, Religionsfreiheit und vieles andere sind dann ernsthaft in Gefahr.

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Bild: n-tv

Countdown für die Hoffnung auf Vernunft

In ein paar Stunden steht fest, wer in den nächsten vier oder vielleicht sogar acht Jahren das Weisse Haus bewohnen wird. Ich kann nur hoffen, das die Vernunft der Amerikaner groß genug ist einen Öffentlichkeitskasper wie Donald Trump nicht die Macht einer Weltmacht zu überlassen. Die Auftritte in den verschiedenen Medien und Social-Networks lassen von Ernsthaftigkeit und den Willen, sein Land fortschrittlich und volkswillentlich zu regieren nichts erkennen. Ausser hetzerischen Sprüchen gegen Minderheiten, rassistischem Hohn und mediengeilem Gehabe ist nichts Konstruktives zu hören gewesen. Da frage ich mich, wie kann man einem solchen Menschen mit seiner Wählerstimme die Macht in die Hände spielen, seine persönliche Meinung von Recht, Demokratie und Freiheit als die einzig Richtige zum Gesetz zu machen. Sicher lässt sich auch über Hillary Clinton streiten, doch gebe ich zu bedenken, wer für dieses Land und letztendlich auch für den – verbliebenen – Weltfrieden gefährlicher ist. Die Auszählungen der Wählerstimmen haben begonnen und damit der Countdown für die Hoffnung auf Vernunft.

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(Bild: heute.de)

Neunundvierzig Gedanken

Neunundvierzig Blumen auf dem Pflaster.

Neunundvierzig Namen.

Neunundvierzig Gesichter.

Neunundvierzig verlorene Leben.

Neunundvierzig trauernde Familien.

Neunundvierzig sinnlose Tode.

2016-06-14 Orlando II

Neunundvierzig Gedanken denke ich,

Ohne wirklich begreifen zu können.

Gewidmet den Opfern des Anschlages auf den Gay-Club „Pulse“ in Orlando/Florida

am 12. Juni 2016

Tom Mikow

Deutschland muss sich trauen!

Das Thema „Ehe für Alle“ zieht sich. Deutschland wird eingeholt vom Rest der Welt. Ein Land nach dem anderen zeigt uns, was gelebte Toleranz und Gleichheit ist. Die Politik in Deutschland aber weigert sich beharrlich für ihre so oft betonte Weltoffenheit und ihre propagierte Toleranz rechtliche Grundlagen zu schaffen. Am 4. Juni findet auf dem Breidscheidplatz in Charlottenburg eine Kundgebung für die Öffnung der Ehe auch für gleichgeschlechtliche Partnerschaften statt. Es reicht nicht, wenn von Gleichheit aller Menschen geredet wird und wir als ein Teil der Menschen nicht gleich behandelt werden. Es ist ein alter Hut, das sich der Mensch seine sexuelle Orientierung nicht ausgesucht hat und es wird Zeit, nicht mehr von homo- oder heterosexuellen Normativen zu reden, sondern einfach nur von Menschen, die alle gleiche Rechte haben. Darum: Deutschland trau Dich und sage endlich Ja zur Ehe für Alle!Mein Ja habt Ihr!

Bachmanns Zensurbalkenbrille

Der ehemalige Pegida-Anführer Lutz Bachmann steht seit Montag wegen Volksverhetzung in Dresden vor Gericht. Während er und seine Frau im Gerichtssaal mit Hilfe von eigens kreierten „Zensurbalkenbrillen“ ihre Show abzogen, versammelten sich vor dem Gebäude seine Anhänger. Uneinsichtig verlangten sie den Freispruch eines Mannes, der andere Menschen beleidigt und verbal bedroht, der aufwiegelt zu Hass und Gewalt. Im Saal schweigt Bachmann feige zu den Vorwürfen. Kein Wunder, stehen doch seine Claqueure draußen vor der Tür. Ohne Beifall schwächelt er vor sich hin und überlässt seiner Verteidigung, dafür zu sorgen, freigesprochen zu werden. Es ist nun Aufgabe des Gerichts ihn zur Verantwortung zu ziehen, ihm klar zu machen, das Menschen wie er und seinesgleichen nicht den Part einer Herrenrasse haben und sich demzufolge auch nicht rassistisch oder abwertend gegenüber Schwachen und Hilfsbedürftigen zu äußern und erst Recht nicht zu Gewalttaten aufzurufen haben, die Folge werden aus der Aufhetzung von Menschen gegen Menschen und die ihr eigenes Unbill des Lebens anderen zuschreiben. Jeder gebildete Mensch weiß, das Hetze eine Manipulation ist und die Mitläufer müssen lernen, sie tragen die Verantwortung für ihr Tun, ihr Mitlaufen auf den Demos für eine nationalsozialistische Gesinnung ist kein Denkzettel und keine wahre Unzufriedenheit mit der Arbeit der Politik in unserem Land. Diese Vereinigungen sind was sie sind: rassistisch, fremden- und damit menschenfeindlich. Menschen die den Demoaufrufen folgen müssen sich klar darüber sein, wem und vor allem für was sie mit ihrer Teilnahme folgen. Mit einer Zensur, wie sie Bachmann & Co. hier demonstrieren möchten hat das nicht im Geringsten etwas zu tun.

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Siehst Du was hier passiert?

Du siehst den Rauch
Am Horizont
Und sagst Dir
Er ist weit weg von mir
Und ignorierst
Das Flüchtlingsheim im Feuer

Von Ferne
Hörst Du aufgebrachte Stimmen
Und machst das Fenster zu
Damit Du nicht hörst
Das Gegröle der Faschisten

Siehst Du

Auf den Straßen
Siehst Du Gestalten
Mit Glatzen und erhobener Rechten
Und siehst schnell zu Boden
Um nicht aufzufallen

Du fühlst die Ohnmacht
Und den Schrecken der Welt
Nimmst die Fernbedienung
Und wechselst den Sender
Um nach den Bildern schlafen zu können

Du hörst ihre Worte
Du siehst ihre Taten
Und tust so
Als wäre es nicht da
Das braune Pack

Du versuchst zu leben
So gut Du es kannst
Doch morgen schon kannst Du
Dich nicht mehr verstecken
Vor der Welle am Horizont

Sie rollt auf uns zu
Wir müssen sie stoppen
Sie war schon mal da
Und brachte den Schrecken
Und Leid, Tod und Not

Siehst Du was hier passiert
Es werden Flüchtlinge angegriffen
Und Minderheiten diskriminiert
Es werden Menschen aufgehetzt
Mit dummen Nazi-Parolen

Es werden Ängste benutzt
Die Geister der Vergangenheit
Zum Leben zu zwingen
Und für Propaganda genutzt
Den Hass in dein Herz zu bringen

Siehst Du was hier passiert
Du wirst manipuliert
Indem man Dir sagt was Du hören willst
Und Dich vergessen machen will
Wie einst ein Krieg entstand

Wenn Du siehst was hier passiert
Dann hast Du verstanden
Zeige Mut und erhebe die Stimme
Gegen Unrecht und Gewalt
Und für Frieden in der Welt

Die Märchenerzähler aus Amerika

Es war einmal ein Märchen, geschrieben in Deutschland. Jedes Kind liebt Märchen und keines würde im Entferntesten vermuten, ein Märchen wäre etwas anderes als ein Märchen, eine Geschichte, die unterhält und spannend ist und in der sich am Ende alles zum Guten wendet. Nun hat Amerika das Märchen für sich neu entdeckt. Die Waffenlobby ließ zwei der Grimmschen Märchen umschreiben. Dank ihnen kommt soll es nun nicht mehr zu Auseinandersetzungen zwischen Gut und Böse kommen. Das hat einen Grund. Die bezeichneten Guten haben nämlich ein Gewehr und schützen sich damit vor dem Bösen. Diese zweifelhafte Weisheit soll nun schon den Kindern gelehrt werden. Früh schon sollen sie den Umgang mit Waffen lernen, um sich damit gegen das Böse wehren zu können. Wie Kinder das Böse erkennen und richtig einzuschätzen lernen wird leider im Märchen nicht erklärt. Man verlässt sich dabei offenbar auf die natürliche Intuition der Kinder. Es liegt auf der Hand, das diese Märchen aber eben nur Märchen sind, erzählt von einer Gruppe Menschen, die auf Gedeih und Verderb für den Einsatz von Schusswaffen im privaten Bereich plädieren und die völlig verdrängen, das allein im vorigen Jahr dreiundvierzig Mal ein Kind auf sich selbst oder andere geschossen hat, das unter drei Jahren ist und täglich fünfzig Kinder und Jugendliche durch Schusswaffen getötet oder verletzt werden. Leider sind diese Zahlen kein Märchen und werden darum von den Waffenbefürwortern auch nicht erzählt.

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Bild: Webseite The Huffintonpost in Zusammenarbeit mit Focus

Berlin verschmuddelt

Es ist leicht, der BSR vorzuwerfen, sie schaffe es nicht mal die Straßen und Plätze Berlins vom Müll der Passanten zu befreien. Ebenso leicht, die Schuld dafür dem Grünflächenamt zu geben. Auf die Idee, die Verursacher zu kritisieren kommt wohl niemand. Es ist in Mode gekommen, Zigarettenkippen einfach weg zu schnipsen, gebrauchte Taschentücher oder das Bonbonpapier schlicht auf das Pflaster zu werfen, anstatt einen der zahlreichen Abfalleimer zu nutzen, die von eben jenen Institutionen an jeder Straßenecke und auf allen öffentlichen Plätzen bereit gestellt wurden, die jetzt als Sündenbock dienen sollen. Wenn man die Menschen darauf anspricht, bekommt man bestenfalls einen blöden Kommentar und schlimmstenfalls eine Faust ins Gesicht. Die Bahn hat nun angekündigt, Zuwiderhandlungen gegen das Rauchverbot auf Bahn und in den Zügen mit einer Strafe von 15 € zu ahnden. Das Konzept sollte auf die Stadt ausgeweitet werden, denn rechtlich ist eine solche Ahndung ja längst möglich. Es ist unverschämt, sich über eine schmutzige Stadt aufzuregen und selbst für den Dreck auf den Straßen zu sorgen aus Bequemlichkeit, sein Papier noch hundert Meter weiter mit sich zu tragen, denn weiter sind die Abfalleimer mit Sicherheit nicht voneinander entfernt. Es ist nicht die BSR und nicht das Grünflächenamt, das Berlin verschmuddelt, es ist der Mensch!

Schmuddel-Berlin

 

 

Vor wem ich meine Kinder geschützt wissen will

Schlimm genug, das eine Partei mit Rechtseinschlag angeblich die politischen Interessen des Volkes vertreten will und dabei verschweigt, das ihr Erfolg bei den Landtagswahlen überwiegend aus lautstarker Propaganda resultiert, die als Mittel die Flüchtlingskrise einsetzte und als Werkzeug die Unsicherheit der Menschen nutzte. Wie vor ein paar Jahren bei der Piratenpartei haben wir auch heute das Phänomen, das die Wähler dem amtierenden deutschen Politkern einen Denkzettel verpassen wollten um für ihren Frust und ihre persönliche Unzufriedenheit ein Ventil zu öffnen. Es wird sich kaum einer der Wähler die Mühe gemacht haben und das Wahlprogramm gelesen haben. Das Kalkül der AfD, über Schlagworte den Zorn der Bürger gegenüber der politischen Richtung unserer Regierung so zu entfachen, das sie nicht so genau darauf achten, was das wirkliche Ziel ist, ging offenbar auf. Doch das Erwachen wird kommen, denn die AfD, die sich in der Öffentlichkeit als menschenfreundlich und demokratisch bezeichnet ist auf dem Weg in die Vergangenheit. Unter dem Deckmantel unsere Kinder schützen zu wollen verwehren sie in Wahrheit eine allseitige Information, welche Formen von Familie, welche Vielfalt an Lebensformen und welche sexuelle Orientierungen es bei den Menschen gibt. Das konservative traditionelle Familienbild gibt es längst nicht mehr alleinig in der Praxis und das liegt nicht an der offenen und multiplen Lebensweise von Lesben, Schwulen, Bisexuellen oder Transgendern. Vielmehr gibt es eine neue Form von Familie. Familie ist inzwischen ein Synonym für Verbundenheit, Zusammenleben, Füreinander sorgen und einstehen über das klassische Frau-Mann-Verhältnis hinaus geworden. Daran ist nichts Schlechtes. Zahlreiche Kindesmisshandlungen verschiedener Art zeigen, dass die traditionelle Art von Familienleben nicht besser und nicht schlechter als das der Regenbogenfamilien ist. Das Problem liegt in der Angst vor Neuem und was ist einfacher, als im Strom der Parolen mit zu schwimmen, als sich mit dem Neuen bekannt zu machen und daraus ein wirklich eigenes Weltbild zu entwickeln. Das ist ein Trugschluss und wird die Entwicklung der Menschen mit all ihrer Vielfalt, Individualität und den Wünschen und Vorstellungen für ein eigenes Leben nicht aufhalten. Die AfD propagiert das klassische Familienbild, das Deutschland den Deutschen, das Festhalten am Althergebrachten und die Blockade von Entwicklung und Freiheitsgestaltung als Meinung der Mehrheit des deutschen Volkes.

Nun hat die AfD erfolgreich die Landtagswahlen passiert und versucht mittels ihres Grundsatzprogramms Minderheiten auszugrenzen, gegen Ausländer zu agieren und sogar die eigenen Bürger zu diskriminieren. So behauptet sie, Kinder würden im Bezug auf ihre sexuelle Identität verunsichert werden. Das ist schlichtweg gelogen. Jeder homosexuelle Mensch weiß, dass gerade eine unterlassene sexuelle Aufklärung für Verunsicherung und all zu oft zu Diskriminierung und Ausgrenzung führen kann. Viele homosexuelle Menschen mussten Gewalterfahrungen machen, die ihnen bei einer umfassenden Aufklärung über die verschiedenen Formen der Sexualität möglicherweise erspart geblieben wären. Weiter mutmaßt die AfD, nur die Konstellation Vater-Mutter würde ein Garant für dauerhafte gemeinsame Verantwortung sein. Offenbar ist sie blind für die vielen Kinder, die in gewaltbereiten Familien aufwachsen müssen und potentiell gefährdet sind später selbst kriminell oder gewalttätig zu werden. Familie hat etwas mit Verantwortung, Kümmern und Zusammenleben zu tun, nicht mit der Konstellation Vater-Mutter, Mutter-Mutter oder Vater-Vater.

Liebe macht Familie

Die AfD will meine Kinder schützen und proklamiert, sie über das wahre Weltbild von Sexualität und Familie zu belügen. Da fragt man sich schon, was Alice Weidel und ihre Lebenspartnerin ihrem Kind später erzählen werden. Weiter maßt sich die AfD an, einer Frau den legalen Schwangerschaftsabbruch mit der Begründung, sie könnte für die betroffene Frau Schuldgefühle, Depressionen und psychosomatische Beschwerden hervor rufen, verwehren zu wollen. Sie verweist auf eine Bagatellisierung der Schwangerschaftsabbrüche und ist gegen eine Einstufung als Menschenrecht. Auch hier wird außer Acht gelassen, dass der Schutz des Kindes damit beginnt, als Frau und werdende Mutter zu entscheiden, das Kind verantwortungsvoll großziehen zu können. Sie greift dadurch in die freie Lebensgestaltung der Frau in diktatorischer Weise ein.

Selbst in den Kommentaren in den Medien und Netzwerken findet aus dieser Partei heraus rassistische und diskriminierende Propaganda statt. Der Staffelstab wechselt hier regelmäßig zwischen Frau von Storch, Björn Höcke, Frauke Petry und ihrem neuen Lebensgefährten Markus Pretzell.

Mein Fazit ist, ich schütze meine Kinder allein. Dann kann ich sicher sein, das sie ein reales Bild von Familie, Sexualität und Menschenrecht haben aus dem sie sich ihre eigene Meinung bilden können. An oberster Stelle steht der Schutz vor den Gebaren und dem Einfluss der AfD.

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Keine Macht den Wölfen!

In Dresden vor der Frauenkirche stehen für einen kurzen Zeitraum die Skulpturen von Rainer Opolka. Aus gutem Grund nannte er seine Ausstellung „Die Wölfe sind zurück?“ Anschaulicher kann ein Künstler eine politische Entwicklung nicht darstellen. Die aufgestellten Wolfsskulpturen machen auf den Betrachter einen bedrohlichen und lauernden Eindruck. Unschwer erkennt man in den 63 Werken die rechte Keimzelle.

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Dargestellte Wölfe, die eines führenden Wolfes Hitlergruß erwidern, denen wiederum blinde Wölfe folgen und Mitläufer mit sich ziehen. Ich bin fassungslos und betroffen zwischen den Skulpturen entlang gelaufen, unterhielt mich mit anderen Besuchern der Ausstellung. Die bildhafte Darstellung einer Realität des neuen rechten Nationalsozialismus in Form von scheinbar gewaltbereiten, manipulierenden und drohenden Wölfen erzeugte überwiegend Nachdenklichkeit und Ängste bei den Besuchern. Selbstverständlich waren auch Gegner der Ausstellung vor Ort. Ihr Interesse lag in verbalen Beleidigungen des Künstlers und der Unruhestiftung, nicht etwa im Versuch überzeugende Kommunikation zu betreiben. An aufgestellten „weißen Wänden“ stellte der Künstler die Frage an die Besucher was wir tun können um nicht mehr zu hassen.

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Die Frage erschien mir anfangs nicht leicht zu beantworten. Letztendlich gab es eine Antwort. Doch die fand nicht ich allein, sondern die Antwort fanden wir, die Besucher, die wir vor der Wand ins Gespräch kamen. Es ist schlicht und einfach die Kommunikation zwischen den Menschen und ihre Bereitschaft zur Toleranz. Nicht jeder Mensch kann die gleiche Meinung haben. Jeder Mensch aber kann auf fairer Ebene seine Meinung diskutieren, sollte aber auch so tolerant sein andere Meinungen gelten zu lassen. Das ist Kommunikation und diese bringt Lösungen. Inakzeptabel sind persönliche Beleidigungen und gewalttätige Auseinandersetzungen. Für eine solche Ausstellung ist der Platz vor der Frauenkirche in Dresden ideal gewählt. Vor dem Hintergrund der totalen Zerstörung dieser Welt- und Kulturstadt 1945 ist es wichtiger denn je, die Menschen zu sensibilisieren, was aus Propaganda und blindem Hass -wieder- erwachsen kann. Nicht zuletzt weil sich noch immer montags die Pegidaanhänger auf den Plätzen vor der Semperoper oder der Frauenkirche versammeln, die Fehler der Politik und eigene Unzufriedenheiten in ihrem Leben auf das Schuldkonto der Flüchtlinge schieben und lautstark parolierend auf blinde Mitläufer abzielen.

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Eine Partei, die auf ihren öffentlichen Internetseiten unverhohlen zu Hass aufruft, persönlich beleidigend voran schreitet und Minderheiten als lebensunwerte Menschen betrachtet, sich selbst jedoch als moderat und menschenfreundlich bezeichnet erfüllt nicht die geringsten Ansprüche der in Deutschland lebenden Menschen an ein demokratisch regiertes Land. Auch hier ist der scheinbare Erfolg lediglich der unglaublichen Propaganda einer verdrehten Faktenlage geschuldet, betrachtet man einmal das Gesamtbild der AfD wie Wahlprogramm, Redner/-innen oder werbewirksame Plakate und Auftritte im öffentlichen Stadtbild oder in den Medien. Auf Hass folgt Gewalt, auf geschürten Hass folgt blinde Gewalt mit einer unfassbaren, nicht mehr steuerbaren Dynamik.

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Die Leidenden würden die unteren Bevölkerungsschichten sein, die Minderheiten mit all ihren Facetten. Beispiele gibt es genug in unserer Geschichte. Jeder kann sie recherchieren, faktisch nachprüfen und jeder muss für sich den richtigen Weg finden und dann auch gehen. Unwissenheit und Angst sind menschlich, taugen aber nicht als Entschuldigung dafür, andere Menschen zu drangsalieren, zu beleidigen oder ihnen ein lebenswertes Dasein zu verwehren. Eine Lösung ist die Kommunikation auf gleicher Ebene und der ehrliche Willen dazu. Die Flüchtlingskrise dient nur als Vorwand. Die Gefahr für unser Land aber liegt woanders, tiefer und fast offensichtlich auf der Hand. Wir müssen nur hinsehen. Wir müssen etwas tun. Keine Macht den Wölfen.