Mikow-Lumne

Die Grande Dame vom Berliner Ensemble

Heute ist Gisela May, die wohl bekannteste Brecht-Interpretin Deutschlands im Alter von 92 Jahren gestorben. Jeder, der sie einmal auf der Bühne erlebt hat weiß, wofür ihr Herz schlug. Ihre bekannteste Rolle war die Mutter Courage in ihrer eigenen Interpretation. Viele Menschen kennen sie auch aus dem Fernsehen in der Rolle der „Muddi“ in der Krimiserie „Adelheid und ihre Mörder“ und aus der Literaturverfilmung „Frau Jenny Treibel“. Unvergessen auch ihr Gastauftritt bei den „Reizenden Schwestern“.

Gisela May ist eine Bühnenkünstlerin mit zahlreichen Auszeichnungen und einem breiten Gesangsrepertoire, das von Kästner, Tucholsky, Eisler bis natürlich hin zu Brecht reichte.

Nun hat die Grande Dame vom Berliner Ensemble auch die Bühne des Lebens verlassen.

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Foto: Wikipedia

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Welt-AIDS-Tag 2016

Der Welt-AIDS-Tag wurde erstmals vor 29 Jahren begangen. Das Ziel ist, den Menschen bewusst zu machen, wie wichtig es für die Betroffenen ist nicht mit Vorurteilen konfrontiert und wegen ihrer Krankheit von der Gesellschaft ausgegrenzt zu werden und daran zu erinnern, das die Krankheit HIV noch immer präsent ist. Fast die Hälfte aller Erkrankten haben keinen Zugang zu den notwendigen Medikamenten für ein Leben mit dem Virus. 2016 infizierten sich allein in Berlin 460 Menschen mit dem HIV. In Brandenburg waren es 360 Neuinfektionen. Gesamtdeutsch sind es 85.000 und weltweit 36,7 Mio. Menschen. Es besteht also nicht die geringste Veranlassung im Kampf gegen HIV/AIDS nachzulassen, denn bisher sind allein in Deutschland fast 30.000 Menschen an der Krankheit gestorben. Es gibt noch viel zu tun. Zeigen wir den Betroffenen, das sie nicht allein mit ihrem Schicksal sind.

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Die Folgen der Präsidentenwahl in Amerika

Nun ist das Unfassbare eingetreten. Donald Trump ist der neue Präsident der Vereinigten Staaten. Bis zum Schluss hielt die Welt einen Sieg für unmöglich. Trump trat im Wahlkampf verbal von einem Fettnapf in den nächsten. Nun wurde die Welt eines Besseren belehrt. Das amerikanische Volk hat den berühmtesten Proleten zur Ikone erhoben, ihm geglaubt, er könne die Welt ins goldene Licht rücken. Ohne auch nur mit einer Silbe zu erwähnen, wie er seine hinaus posaunten großen Pläne verwirklichen will polterte er munter drauf los, machte auch vor Äußerungen gegen Barack Obama und Hillary Clinton nicht halt. Man muss nicht schlau sein um zu wissen, das die von ihm angekündigten Arbeitsplätze Geld kosten und nicht wie junger Weizen aus dem Nichts erwachsen. Muslimen die Einreise in das Land zu verwehren und der Angriff auf das Pariser Klimaabkommen wurden still und heimlich vorerst auf Eis gelegt. Doch was bleibt ist ein geplanter Ausbau von Rassismus, Diskriminierung und Hetze. Bleibt abzuwarten, ob die rüde Art und Weise seines Auftretens nur zum Zweck des Wahlsieges inszeniert wurde. Ein Land wie Amerika wird er wahrscheinlich so nicht voran bringen. Gespannt schaut die Welt nach Amerika und die Regierungen der Welt tun gut daran, auf der Hut zu sein und das Gespräch mit ihm zu suchen. Denn eines hat der Trump-Wahlsieg gezeigt, die Menschen wollen Bewegung und sind überzeugt, konventionelle Politik vergisst ihren Auftrag dem Volk zu dienen, ihre Interessen zu vertreten. Oft genug hat die Geschichte gezeigt wie Menschen durch lauten Populismus blind den späteren Diktatoren folgten und viel zu spät erwachten. In Deutschland machen die Anhänger von Pegida und AfD nun Freudensprünge, tönen lauthals, wie Recht sie hatten und gehen damit gefährlich gestärkt aus der amerikanischen Wahl hervor. Nun ist es vordringliche Aufgabe der europäischen Politiker die Demokratie in den Ländern zu festigen, dem Volk mehr Gehör zu schenken und auch die Unzufriedenheit der Menschen ernsthaft zur Kenntnis zu nehmen. Tun sie das nicht, wird sich die rechte Entwicklung weiter dynamisieren. Errungenschaften wie die Rechte der Frauen und Minderheiten, Gleichberechtigung der Geschlechter, Religionsfreiheit und vieles andere sind dann ernsthaft in Gefahr.

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Bild: n-tv

Countdown für die Hoffnung auf Vernunft

In ein paar Stunden steht fest, wer in den nächsten vier oder vielleicht sogar acht Jahren das Weisse Haus bewohnen wird. Ich kann nur hoffen, das die Vernunft der Amerikaner groß genug ist einen Öffentlichkeitskasper wie Donald Trump nicht die Macht einer Weltmacht zu überlassen. Die Auftritte in den verschiedenen Medien und Social-Networks lassen von Ernsthaftigkeit und den Willen, sein Land fortschrittlich und volkswillentlich zu regieren nichts erkennen. Ausser hetzerischen Sprüchen gegen Minderheiten, rassistischem Hohn und mediengeilem Gehabe ist nichts Konstruktives zu hören gewesen. Da frage ich mich, wie kann man einem solchen Menschen mit seiner Wählerstimme die Macht in die Hände spielen, seine persönliche Meinung von Recht, Demokratie und Freiheit als die einzig Richtige zum Gesetz zu machen. Sicher lässt sich auch über Hillary Clinton streiten, doch gebe ich zu bedenken, wer für dieses Land und letztendlich auch für den – verbliebenen – Weltfrieden gefährlicher ist. Die Auszählungen der Wählerstimmen haben begonnen und damit der Countdown für die Hoffnung auf Vernunft.

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(Bild: heute.de)

Neunundvierzig Gedanken

Neunundvierzig Blumen auf dem Pflaster.

Neunundvierzig Namen.

Neunundvierzig Gesichter.

Neunundvierzig verlorene Leben.

Neunundvierzig trauernde Familien.

Neunundvierzig sinnlose Tode.

2016-06-14 Orlando II

Neunundvierzig Gedanken denke ich,

Ohne wirklich begreifen zu können.

Gewidmet den Opfern des Anschlages auf den Gay-Club „Pulse“ in Orlando/Florida

am 12. Juni 2016

Tom Mikow

Deutschland muss sich trauen!

Das Thema „Ehe für Alle“ zieht sich. Deutschland wird eingeholt vom Rest der Welt. Ein Land nach dem anderen zeigt uns, was gelebte Toleranz und Gleichheit ist. Die Politik in Deutschland aber weigert sich beharrlich für ihre so oft betonte Weltoffenheit und ihre propagierte Toleranz rechtliche Grundlagen zu schaffen. Am 4. Juni findet auf dem Breidscheidplatz in Charlottenburg eine Kundgebung für die Öffnung der Ehe auch für gleichgeschlechtliche Partnerschaften statt. Es reicht nicht, wenn von Gleichheit aller Menschen geredet wird und wir als ein Teil der Menschen nicht gleich behandelt werden. Es ist ein alter Hut, das sich der Mensch seine sexuelle Orientierung nicht ausgesucht hat und es wird Zeit, nicht mehr von homo- oder heterosexuellen Normativen zu reden, sondern einfach nur von Menschen, die alle gleiche Rechte haben. Darum: Deutschland trau Dich und sage endlich Ja zur Ehe für Alle!Mein Ja habt Ihr!

Bachmanns Zensurbalkenbrille

Der ehemalige Pegida-Anführer Lutz Bachmann steht seit Montag wegen Volksverhetzung in Dresden vor Gericht. Während er und seine Frau im Gerichtssaal mit Hilfe von eigens kreierten „Zensurbalkenbrillen“ ihre Show abzogen, versammelten sich vor dem Gebäude seine Anhänger. Uneinsichtig verlangten sie den Freispruch eines Mannes, der andere Menschen beleidigt und verbal bedroht, der aufwiegelt zu Hass und Gewalt. Im Saal schweigt Bachmann feige zu den Vorwürfen. Kein Wunder, stehen doch seine Claqueure draußen vor der Tür. Ohne Beifall schwächelt er vor sich hin und überlässt seiner Verteidigung, dafür zu sorgen, freigesprochen zu werden. Es ist nun Aufgabe des Gerichts ihn zur Verantwortung zu ziehen, ihm klar zu machen, das Menschen wie er und seinesgleichen nicht den Part einer Herrenrasse haben und sich demzufolge auch nicht rassistisch oder abwertend gegenüber Schwachen und Hilfsbedürftigen zu äußern und erst Recht nicht zu Gewalttaten aufzurufen haben, die Folge werden aus der Aufhetzung von Menschen gegen Menschen und die ihr eigenes Unbill des Lebens anderen zuschreiben. Jeder gebildete Mensch weiß, das Hetze eine Manipulation ist und die Mitläufer müssen lernen, sie tragen die Verantwortung für ihr Tun, ihr Mitlaufen auf den Demos für eine nationalsozialistische Gesinnung ist kein Denkzettel und keine wahre Unzufriedenheit mit der Arbeit der Politik in unserem Land. Diese Vereinigungen sind was sie sind: rassistisch, fremden- und damit menschenfeindlich. Menschen die den Demoaufrufen folgen müssen sich klar darüber sein, wem und vor allem für was sie mit ihrer Teilnahme folgen. Mit einer Zensur, wie sie Bachmann & Co. hier demonstrieren möchten hat das nicht im Geringsten etwas zu tun.

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Siehst Du was hier passiert?

Du siehst den Rauch
Am Horizont
Und sagst Dir
Er ist weit weg von mir
Und ignorierst
Das Flüchtlingsheim im Feuer

Von Ferne
Hörst Du aufgebrachte Stimmen
Und machst das Fenster zu
Damit Du nicht hörst
Das Gegröle der Faschisten

Siehst Du

Auf den Straßen
Siehst Du Gestalten
Mit Glatzen und erhobener Rechten
Und siehst schnell zu Boden
Um nicht aufzufallen

Du fühlst die Ohnmacht
Und den Schrecken der Welt
Nimmst die Fernbedienung
Und wechselst den Sender
Um nach den Bildern schlafen zu können

Du hörst ihre Worte
Du siehst ihre Taten
Und tust so
Als wäre es nicht da
Das braune Pack

Du versuchst zu leben
So gut Du es kannst
Doch morgen schon kannst Du
Dich nicht mehr verstecken
Vor der Welle am Horizont

Sie rollt auf uns zu
Wir müssen sie stoppen
Sie war schon mal da
Und brachte den Schrecken
Und Leid, Tod und Not

Siehst Du was hier passiert
Es werden Flüchtlinge angegriffen
Und Minderheiten diskriminiert
Es werden Menschen aufgehetzt
Mit dummen Nazi-Parolen

Es werden Ängste benutzt
Die Geister der Vergangenheit
Zum Leben zu zwingen
Und für Propaganda genutzt
Den Hass in dein Herz zu bringen

Siehst Du was hier passiert
Du wirst manipuliert
Indem man Dir sagt was Du hören willst
Und Dich vergessen machen will
Wie einst ein Krieg entstand

Wenn Du siehst was hier passiert
Dann hast Du verstanden
Zeige Mut und erhebe die Stimme
Gegen Unrecht und Gewalt
Und für Frieden in der Welt

Die Märchenerzähler aus Amerika

Es war einmal ein Märchen, geschrieben in Deutschland. Jedes Kind liebt Märchen und keines würde im Entferntesten vermuten, ein Märchen wäre etwas anderes als ein Märchen, eine Geschichte, die unterhält und spannend ist und in der sich am Ende alles zum Guten wendet. Nun hat Amerika das Märchen für sich neu entdeckt. Die Waffenlobby ließ zwei der Grimmschen Märchen umschreiben. Dank ihnen kommt soll es nun nicht mehr zu Auseinandersetzungen zwischen Gut und Böse kommen. Das hat einen Grund. Die bezeichneten Guten haben nämlich ein Gewehr und schützen sich damit vor dem Bösen. Diese zweifelhafte Weisheit soll nun schon den Kindern gelehrt werden. Früh schon sollen sie den Umgang mit Waffen lernen, um sich damit gegen das Böse wehren zu können. Wie Kinder das Böse erkennen und richtig einzuschätzen lernen wird leider im Märchen nicht erklärt. Man verlässt sich dabei offenbar auf die natürliche Intuition der Kinder. Es liegt auf der Hand, das diese Märchen aber eben nur Märchen sind, erzählt von einer Gruppe Menschen, die auf Gedeih und Verderb für den Einsatz von Schusswaffen im privaten Bereich plädieren und die völlig verdrängen, das allein im vorigen Jahr dreiundvierzig Mal ein Kind auf sich selbst oder andere geschossen hat, das unter drei Jahren ist und täglich fünfzig Kinder und Jugendliche durch Schusswaffen getötet oder verletzt werden. Leider sind diese Zahlen kein Märchen und werden darum von den Waffenbefürwortern auch nicht erzählt.

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Bild: Webseite The Huffintonpost in Zusammenarbeit mit Focus

Berlin verschmuddelt

Es ist leicht, der BSR vorzuwerfen, sie schaffe es nicht mal die Straßen und Plätze Berlins vom Müll der Passanten zu befreien. Ebenso leicht, die Schuld dafür dem Grünflächenamt zu geben. Auf die Idee, die Verursacher zu kritisieren kommt wohl niemand. Es ist in Mode gekommen, Zigarettenkippen einfach weg zu schnipsen, gebrauchte Taschentücher oder das Bonbonpapier schlicht auf das Pflaster zu werfen, anstatt einen der zahlreichen Abfalleimer zu nutzen, die von eben jenen Institutionen an jeder Straßenecke und auf allen öffentlichen Plätzen bereit gestellt wurden, die jetzt als Sündenbock dienen sollen. Wenn man die Menschen darauf anspricht, bekommt man bestenfalls einen blöden Kommentar und schlimmstenfalls eine Faust ins Gesicht. Die Bahn hat nun angekündigt, Zuwiderhandlungen gegen das Rauchverbot auf Bahn und in den Zügen mit einer Strafe von 15 € zu ahnden. Das Konzept sollte auf die Stadt ausgeweitet werden, denn rechtlich ist eine solche Ahndung ja längst möglich. Es ist unverschämt, sich über eine schmutzige Stadt aufzuregen und selbst für den Dreck auf den Straßen zu sorgen aus Bequemlichkeit, sein Papier noch hundert Meter weiter mit sich zu tragen, denn weiter sind die Abfalleimer mit Sicherheit nicht voneinander entfernt. Es ist nicht die BSR und nicht das Grünflächenamt, das Berlin verschmuddelt, es ist der Mensch!

Schmuddel-Berlin