Mikow-Lumne

Das Ende von Eddy – Eine Rezension

Autor: Édouard Louis
ISBN: 978-3-596-03243-3
Verlag: Fischer Taschenbuchverlag

Eddy Bellegueule lebt in einem kleinen Dorf in Nordfrankreich. Armut und Gewalt bestimmen den Alltag, der von alten und fragwürdigen Traditionen getragen wird. Männer arbeiten, bringen das Geld nach Hause, sind eben der Mann, und der hat das Sagen. Frauen stehen am Herd, erziehen die Kinder und entschuldigen die Ungerechtigkeiten in der Familie mit fadenscheinigen Ausreden nur des Ansehens bei den Dorfbewohnern wegen. Eddy ist das dritte von fünf Kindern und steht zwischen den Eltern und den Brüdern, die in ihrem Verhalten dem ihres Vaters nacheifern, denn auch sie wollen einmal ein ganzer Mann sein. Von einer glücklichen Kindheit ist Eddy weit entfernt. Ständig gehänselt, spöttisch belächelt und oft beleidigt und gedemütigt wegen seiner schmächtigen Statur, seiner viel zu hohen Stimmlage und der Gesprächsbegleitenden Gestiken hasst er den Alkohol, die Brutalität und die Art und Weise, wie seine Mitmenschen mit- und übereinander reden, Dinge, die Normalität in seiner Familie und in den Familien seines Heimatdorfes sind. Doch das ist nicht alles. Eddy spürt es. Da ist etwas, was ihn anders als die anderen Jungen macht. Stück für Stück offenbart sich ihm seine Homosexualität, die der Grund für die Repressalien seiner Mitschüler ist. Unterstützung aus der Familie gibt es nicht. Das Ansehen im Ort ist wichtiger. Dafür hasst er alles und jeden. Er weiß, dass er fort muss, um nicht so zu werden wie die Menschen in seiner Umgebung.

Édouard Louis versteht es meisterhaft, den Leser in ein fremdes Leben zu führen, ihn betroffen zu machen und gefangen zu nehmen. Ungeschönt und detailliert beschreibt er Situationen, die wohl fast jeder Mensch, der nicht den gesellschaftlichen Normativen entspricht mehr oder weniger schon erlebt hat. Fast schon abgeklärt erzählt er von Gefühlen und Kindheitserlebnissen. Subtil, doch allgegenwärtig fühlt der Leser die permanente Einsamkeit des Protagonisten.

Fazit: Das Buch liest sich leicht und flüssig. Mit jeder Seite stieg meine Neugier und die Lust auf das Weiterlesen. Der Autor hat mich mit diesem Buch begeistert und ich war fast schon enttäuscht, als ich das Buch ausgelesen hatte. Ich empfehle es sehr gern weiter.

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