Mikow-Lumne

Vor wem ich meine Kinder geschützt wissen will

Schlimm genug, das eine Partei mit Rechtseinschlag angeblich die politischen Interessen des Volkes vertreten will und dabei verschweigt, das ihr Erfolg bei den Landtagswahlen überwiegend aus lautstarker Propaganda resultiert, die als Mittel die Flüchtlingskrise einsetzte und als Werkzeug die Unsicherheit der Menschen nutzte. Wie vor ein paar Jahren bei der Piratenpartei haben wir auch heute das Phänomen, das die Wähler dem amtierenden deutschen Politkern einen Denkzettel verpassen wollten um für ihren Frust und ihre persönliche Unzufriedenheit ein Ventil zu öffnen. Es wird sich kaum einer der Wähler die Mühe gemacht haben und das Wahlprogramm gelesen haben. Das Kalkül der AfD, über Schlagworte den Zorn der Bürger gegenüber der politischen Richtung unserer Regierung so zu entfachen, das sie nicht so genau darauf achten, was das wirkliche Ziel ist, ging offenbar auf. Doch das Erwachen wird kommen, denn die AfD, die sich in der Öffentlichkeit als menschenfreundlich und demokratisch bezeichnet ist auf dem Weg in die Vergangenheit. Unter dem Deckmantel unsere Kinder schützen zu wollen verwehren sie in Wahrheit eine allseitige Information, welche Formen von Familie, welche Vielfalt an Lebensformen und welche sexuelle Orientierungen es bei den Menschen gibt. Das konservative traditionelle Familienbild gibt es längst nicht mehr alleinig in der Praxis und das liegt nicht an der offenen und multiplen Lebensweise von Lesben, Schwulen, Bisexuellen oder Transgendern. Vielmehr gibt es eine neue Form von Familie. Familie ist inzwischen ein Synonym für Verbundenheit, Zusammenleben, Füreinander sorgen und einstehen über das klassische Frau-Mann-Verhältnis hinaus geworden. Daran ist nichts Schlechtes. Zahlreiche Kindesmisshandlungen verschiedener Art zeigen, dass die traditionelle Art von Familienleben nicht besser und nicht schlechter als das der Regenbogenfamilien ist. Das Problem liegt in der Angst vor Neuem und was ist einfacher, als im Strom der Parolen mit zu schwimmen, als sich mit dem Neuen bekannt zu machen und daraus ein wirklich eigenes Weltbild zu entwickeln. Das ist ein Trugschluss und wird die Entwicklung der Menschen mit all ihrer Vielfalt, Individualität und den Wünschen und Vorstellungen für ein eigenes Leben nicht aufhalten. Die AfD propagiert das klassische Familienbild, das Deutschland den Deutschen, das Festhalten am Althergebrachten und die Blockade von Entwicklung und Freiheitsgestaltung als Meinung der Mehrheit des deutschen Volkes.

Nun hat die AfD erfolgreich die Landtagswahlen passiert und versucht mittels ihres Grundsatzprogramms Minderheiten auszugrenzen, gegen Ausländer zu agieren und sogar die eigenen Bürger zu diskriminieren. So behauptet sie, Kinder würden im Bezug auf ihre sexuelle Identität verunsichert werden. Das ist schlichtweg gelogen. Jeder homosexuelle Mensch weiß, dass gerade eine unterlassene sexuelle Aufklärung für Verunsicherung und all zu oft zu Diskriminierung und Ausgrenzung führen kann. Viele homosexuelle Menschen mussten Gewalterfahrungen machen, die ihnen bei einer umfassenden Aufklärung über die verschiedenen Formen der Sexualität möglicherweise erspart geblieben wären. Weiter mutmaßt die AfD, nur die Konstellation Vater-Mutter würde ein Garant für dauerhafte gemeinsame Verantwortung sein. Offenbar ist sie blind für die vielen Kinder, die in gewaltbereiten Familien aufwachsen müssen und potentiell gefährdet sind später selbst kriminell oder gewalttätig zu werden. Familie hat etwas mit Verantwortung, Kümmern und Zusammenleben zu tun, nicht mit der Konstellation Vater-Mutter, Mutter-Mutter oder Vater-Vater.

Liebe macht Familie

Die AfD will meine Kinder schützen und proklamiert, sie über das wahre Weltbild von Sexualität und Familie zu belügen. Da fragt man sich schon, was Alice Weidel und ihre Lebenspartnerin ihrem Kind später erzählen werden. Weiter maßt sich die AfD an, einer Frau den legalen Schwangerschaftsabbruch mit der Begründung, sie könnte für die betroffene Frau Schuldgefühle, Depressionen und psychosomatische Beschwerden hervor rufen, verwehren zu wollen. Sie verweist auf eine Bagatellisierung der Schwangerschaftsabbrüche und ist gegen eine Einstufung als Menschenrecht. Auch hier wird außer Acht gelassen, dass der Schutz des Kindes damit beginnt, als Frau und werdende Mutter zu entscheiden, das Kind verantwortungsvoll großziehen zu können. Sie greift dadurch in die freie Lebensgestaltung der Frau in diktatorischer Weise ein.

Selbst in den Kommentaren in den Medien und Netzwerken findet aus dieser Partei heraus rassistische und diskriminierende Propaganda statt. Der Staffelstab wechselt hier regelmäßig zwischen Frau von Storch, Björn Höcke, Frauke Petry und ihrem neuen Lebensgefährten Markus Pretzell.

Mein Fazit ist, ich schütze meine Kinder allein. Dann kann ich sicher sein, das sie ein reales Bild von Familie, Sexualität und Menschenrecht haben aus dem sie sich ihre eigene Meinung bilden können. An oberster Stelle steht der Schutz vor den Gebaren und dem Einfluss der AfD.

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