Mikow-Lumne

Mikowbook hisst die Regenbogenfahne zu den Pride Weeks 2021

Die Neue Nationalgalerie – Neuer Glanz in altem Design

Sechs Jahre Bauzeit und 140 Millionen Euro, das ist die Zeit- und Kostenbilanz für die Sanierung der Neuen Nationalgalerie in Berlin. Die 250 Quadratmeter Ausstellungshalle unter dem eindrucksvollen Stahldach, von 8 Säulen getragen, erstrahlt in neuem Glanz, ohne das am ursprünglichen Aussehen etwas verändert wurde. Lediglich die Pfosten der Fassade aus Stahl und Glas wurden dem heutigen Stand der Technik angepasst und verhindern nun das Reißen der Glasfronten bei Temperaturunterschieden, ebenso wurde dickeres Sicherheitsglas verbaut, Altlasten, wie Asbest wurde entfernt und der Brandschutz auf den neuesten Stand gebracht. Zahlreiche Originalteile wurden restauriert und wieder verwendet. Andere Bau- und Einrichtungsteile sind zwar neu, wurden aber nach den Originalen gefertigt. Der Spagat zwischen Modernisierung und Erhalt des Originalbaus scheint perfekt gelungen zu sein. Mies van der Rohe, der 1962 den Auftrag für den Entwurf der Nationalgalerie bekam, hätte seine helle Freude gehabt. Am 29. April war die Schlüsselübergabe und ab August wartet das Gebäude wieder auf zahlreiche Kunstinteressierte mit seiner ersten Ausstellung. Gerade in der Coronazeit ist es wichtig, die Kunstszene zu erhalten und wieder lebendig werden zu lassen und nicht zuletzt darum freue ich mich auf diese Ausstellung ganz besonders.

Ein Topf und eine Kelle auf dem Balkon

Zugegeben ein merkwürdiger Titel für diesen Artikel. Doch die Erklärung folgt. Versprochen! Das sicher langsam leidige und doch allgegenwärtige Thema Corona begleitet uns auch weiterhin. Ein Ende ist in absehbarer Zeit nicht in Sicht. Je länger die Pandemie dauert, desto mehr Unruhe verbreitet sich unter den Menschen. Gerade darum ist eine umfassende und ehrliche Aufklärung der Bevölkerung immens wichtig. Stimmungsschwankungen und Zweifel, Hin- und Hergerissenheit zwischen Dafür und Dagegen sind normale Menschheitsempfindungen. Nun könnte man zehn Menschen die gleiche Frage stellen und wird zu einem hohen Prozentsatz auch zehn verschiedene Antworten erhalten, zumindest aber welche mit mehr oder weniger abgewandeltem Inhalt. Dank des Internets haben die meisten Menschen die Möglichkeit, sich neben den klassischen Medien wie Zeitung, Radio oder Fernsehen umfassend über das Geschehen in der Welt zu informieren. Leider gibt es aber auch Menschen, die nicht wissen, wie man sich richtig informiert. Wer als einzige Quelle seines Wissens Facebook heranzieht, oder sich seine Meinung über irgendwas oder irgendwen auf Grund eines Artikels aus nur einer einzigen Zeitung bildet, wer dem Inhalten des Fernsehens blind traut, ohne sich anderweitig eine Rückversicherung für den Wahrheitsgehalt einer Aussage zu holen, wird am Ende ganz bestimmt nicht gut und richtig informiert sein. Auch oder gerade durch das Internet ist es schwer, den Wahrheitsgehalt einer Aussage bemessen zu können. Ein gesundes Meinungsbild kann sich erst aus der Summe der Aussagen aller herangezogenen Informationsquellen ergeben. Die meisten Menschen tun das auch. Doch nicht alle Menschen sind gleich. Viele kann man schon mit Worten oder Bildern zu einer Meinung lenken, die sie selbst, aus was für Gründen auch immer dann für ihre ureigene halten. Meinungen und Auffassungen über eine Sache, die eindringlich und oft genug propagiert wird, glaubt man eben schneller einmal als einer eigenen zeitaufwändigen Recherche in den Digital- und Printmedien. Die berühmte Reihenfolge des Informationsflusses ist dann der Weg, den die Information dann schon genommen hat. Sprich: Das vermeintliche wahre Wissen hat man von der Freundin des Bruders eines Freundes. Wir leben in einer Demokratie. Jeder Mensch kann frei seine Meinung sagen. Das ist gut so und sollte auf keinen Fall anders sein. Wenn aber Halbwahrheiten und verdrehte Tatsachen genutzt werden, um Menschen gegeneinander aufzuhetzen und wenn dieses dann noch unter Zuhilfenahme von völlig falschen Argumenten genutzt wird, um sich selbst zu profilieren, um Streit anzuzetteln, kann das nur als Angriff auf die Demokratie zu werten sein. Wer eine Impfpflicht anprangert, die es derzeit für Corona überhaupt nicht gibt, wer skandiert, dass Angst klares Denken lähmt, und selbst Angst und Unsicherheit schürt, der missbraucht unsere Demokratie. So geschehen auf einer Demo in Wartenberg am vergangenen Freitag. Verbales Aufhetzen der Bevölkerung ohne fundierte Lösungsvorschläge. Was dort ablief, war keine Aufklärung der Bevölkerung über Missstände im Umgang mit Corona, sondern eine Aneinanderreihung von Phrasen, in einer Art und Weise verkündet, die keinesfalls als Aufrütteln oder Denkanstoß für das eigene Denken und Handeln verstanden werden konnte. Die Demo wurde als Vorwand genutzt, mit dem Unmut der Menschen zu spielen, sie aufzuhetzen gegen die Coronamaßnahmen und damit gegen die Regierung. Verstärkt wurde der Aufzug durch einen wartenden Autokonvoi. Allerdings hielten sich die Fahrer ganzheitlich reaktionslos im Hintergrund. Einzig ein paar Claqueure klatschten zur Farce mehr schlecht als Recht mageren Beifall und die Menschen an den Fenstern waren wohl mehr neugierig als dass sie für die eine oder andere Seite Partei ergriffen hätten. Mehr Schein als Sein also. Wer sich auf eine solche Demo begibt, muss auch mit Gegenmeinungen rechen. Allein die Art und Weise, wie diesen begegnet wurde, ließ kaum eine Diskussion zu. Im Gegenteil, sie wurde zwar angeboten, allerdings im gleichen Zug als Gegner der Demo-Ziele in abwertender Form in die propagierende Rede eingebettet. Es gibt Menschen, die mit Worten um sich werfen ohne konstruktives Denken bei den Menschen herbeizuführen. Das ist auch sicher nicht gewollt. Diskussion ist etwas anderes. Daher helfen manchmal nur andere Argumente, um seine eigene Auffassung über den Sinn und Zweck einer solchen Demo Gehör zu verschaffen und genau darum habe ich einen Topf und eine Kelle auf dem Balkon.

Bild: Gerd Altmann (Geralt) / Pixabay

Vier mal ist viel und doch viel zu wenig

Dumme Sprüche, Diskriminierung, im günstigsten Fall Spott und hämisches Lachen, im schlimmsten Fall brutale Angriffe auf Gesundheit und Leben. Hinnehmbar ist beides nicht. Immer noch ist in der Gesellschaft nicht angekommen, dass die so genannte heteronormative Lebensweise nicht die einzige und das Nonplusultra ist. Schwul-lesbische Lebensführung mit all ihren Facetten ist genauso normal wie die heterosexuell ausgerichtete. Wer das nicht einsieht, ist einfach nur dumm und weltfremd. Dabei ist es völlig unwichtig, wer mit wem geht oder lebt und ob man so oder anders auf andere wirkt. Warum wird sich über einen Mann mit femininen Bewegungen oder über eine Frau mit maskulinem Erscheinungsbild so abwertend lustig gemacht, während nazistische Erscheinungen mit ihrem dummen Geschwätz stillschweigend geduldet werden? Die Antwort ist vielleicht gar nicht mal so schwer zu finden. Das Zauberwort heißt “Sichtbarkeit”. Unbekanntes mögen die Menschen nicht. Unbekanntes macht Angst, fördert also Ablehnung, die eine Abwehrhaltung erzeugt. Damit ist die Basis für Hetze geschaffen, die andere für die eigene Auffassung gewinnen soll, allerdings mit der Absicht, eine andere Meinung nicht zu akzeptieren und um sich nicht selbst reflektieren zu müssen. Je größer die Gleichgesinnten, umso sicherer fühlt sich der Mensch, was bedeutet, die Angst wird kleiner. Gleichzeitig steigt das Machtgefühl und das mündet bei einigen letztendlich in Hass gegen jeden, der anders als man selber ist. Wenn nun aus etwas Unbekanntem aber etwas Bekanntes wird sinkt die Gefahr der Angst, und damit der grundbedingten Abwehrhaltung. Um etwas bekannt zu machen, braucht es die ständige Sichtbarkeit in unserer Gesellschaft, denn Gewohnheit schafft bekanntlich so etwas wie “Normalität”, welche dann zur Akzeptanz der Sache an sich wird. Anfang Juni findet der vierte Tuntenspaziergang in Berlin-Mitte statt. Queere Menschen spazieren in bunten Outfits durch den Bezirk und zeigen: Wir sind da! Wir leben hier! Wir sind viele! Wir gehören zur Gesellschaft! Gemeinsam zeigen homo- wie heterosexuelle Menschen Stärke und Zusammengehörigkeitsgefühl. Wir fordern ein sicheres Zusammenleben ohne Angst und Diskriminierungen jedweder Art – unser gesetzlich verbrieftes Grundrecht – ein. Wir werden sichtbar und dadurch zur “Normalität” in der Gesellschaft und im öffentlichen Leben. Die Zeiten des Versteckens ist ein für allemal vorbei. Ein Zurück gibt es nicht, denn die rechte Stimmung hat Einzug gehalten in die Politik, schürt Aufruhr, Hetze und Hass unter den Menschen. Nicht zuletzt deshalb sind queere Veranstaltungen so wichtig und unverzichtbar für die Community, wie für unsere gesamte Gesellschaft, für ein gutes faires Zusammenleben, in dessen Zuge jede/r jede/n respektiert und akzeptiert. Seit vier Jahren werden wir durch den Tuntenspaziergang einmal mehr sichtbar. Vier Mal ist viel – und doch viel zu wenig.

Welttag des Buches

Am 23. April ist Welttag des Buches. Ein guter Grund mal wieder zu lesen.

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Die Unvernunft der Menschen

Vier Menschen brachen vergangene Woche an verschiedenen Stellen durch das Eis des Schlachtensees. Obwohl die Wasserschutzpolizei bereits am Dienstag vergangener Woche vor dem Betreten der Eisflächen auf den Berliner Seen warnte, gab es wieder einige Leichtsinnige, die die Warnung schlichtweg in den Winterwind schlugen. So spazierten am Freitag mehrere Dutzend Menschen gemütlich über den Müggelsee. Am Samstag flanierten mehrere Personen über den Weißen See und den Ententeich an der Pistoriusstraße. Sogar der Landwehrkanal musste als Wanderweg herhalten. In Berlin und Umgebung gibt es derzeit nicht ein Gewässer, das zum Betreten freigegeben ist. Die Eisdecke ist einfach nicht tragfähig. Mir unverständlich ist auch die Vorbildwirkung der “Eisbesucher”, insbesondere Kindern gegenüber. Viele nahmen ihren Nachwuchs sogar mit aufs Eis, frei nach dem Motto, das Unglück trifft immer die anderen. Das Geschrei fängt dann an, wenn das sprichwörtliche Kind ins Eisloch gefallen ist. Auch heute wurde über den Tag immer wieder im Radio vor dem Betreten der Eisflächen gewarnt. Gefruchtet hat das auch dieses Mal bei einigen nicht. Als ich heute an den Blankenburger Karpfenteichen vorbeikam, spielte man sogar Eishockey darauf. Ich kann gut verstehen, das der Reiz, einen zugefrorenen See zu betreten groß ist und unter den entsprechenden Bedingungen unglaublich viel Spaß bringt, ein verlorenes Leben ist der Spaß ganz sicher nicht wert.

Welt-AIDS-Tag 2020

An HIV/AIDS zu erkranken bedeutet für viele Betroffene immer noch, Vorurteilen ausgesetzt zu sein, ausgegrenzt zu werden oder beruflich benachteiligt zu werden. Stigmatisierung und Ablehnung sind zu oft an der Tagesordnung. Darum muss alles getan werden, über die Krankheit und mögliche Schutzmaßnahmen umfassend zu informieren. Nur dann kann es zukünftig keine Neuinfektionen mehr geben. HIV darf kein Tabu-Thema sein! Auch wenn meine diesjährige Spende scheinbar ein Tropfen auf den heißen Stein ist…es sind viele Tropfen, die ihm trotzen!

In Deutschland leben rund 90.700 Menschen mit HIV. 2019 haben sich 2.600 Menschen neu mit HIV infiziert. Tendenz: sinkend. 96% der Menschen mit HIV-Diagnose nehmen HIV-Medikamente. Rund 10.800 Menschen in Deutschland wissen nichts von ihrer Infektion und erhalten deswegen keine Behandlung. Deswegen erkranken immer noch rund 1.000 Menschen pro Jahr an AIDS oder einem schweren Immundefekt – obwohl es vermeidbar wäre. Etwa 30.000 Menschen sind bisher in Deutschland an den Folgen von AIDS gestorben.

(Quelle: www.welt-aids-tag.de)

Ein Recht auf Respekt

Was bedeutet Respekt? Respekt heißt für mich, ich will so akzeptiert werden wie ich bin und demzufolge muss ich andere akzeptieren, wie sie sind. Dabei muss ich nicht unbedingt der gleichen Meinung wie mein Gegenüber sein und umgekehrt muss ein anderer Mensch nicht meiner Meinung sein. Es ist egal ob ein Mensch weißer oder schwarzer Hautfarbe ist, ob er hetero- oder homosexuell ist, ob er Steaks mag oder vegan lebt. Respekt ist ein unbedingter Teil der Demokratie und basiert auf Miteinander und Kommunikation. Grundvoraussetzung ist Toleranz und gegenseitige Akzeptanz, Begegnung auf Augenhöhe und das Begreifen der Vielfalt in unserer Gesellschaft. Respekt ist sozusagen der Preis für unsere persönliche Freiheit. Was ich will muss ein anderer noch lange nicht mögen und was ich nicht will, tue ich auch keinem anderen an. Hass, Hetze und Gewalt sind keine Optionen, fördern die Spaltung unserer Gesellschaft und unterlaufen das friedvolle Miteinander, das wiederum Voraussetzung für den Zusammenhalt einer demokratischen Gesellschaft und den Fortbestand und Erhalts des Friedens ausmacht. Die individuellen Lebensentwürfe jedes einzelnen Menschen sind das Ergebnis einer permanenten Auseinandersetzung mit Meinungsfreiheit, Toleranz, Akzeptanz und Respekt anderen Menschen gegenüber. Respekt ist also nicht nur als Recht eines jeden Menschen zu betrachten, Respekt bedeutet auch Verpflichtung zu Weltoffenheit, zu Zivilcourage, Zusammenhalt und Nächstenliebe und zur Achtung im Umgang miteinander.