Mikow-Lumne

Besuchen Sie Venedig – Solange es noch steht

Jedes Jahr, Tag für Tag sind wir auf der Reise durch die Welt. Alles wollen wir sehen, dabei möglichst viel in kurzer Zeit und darüber hinaus mögen uns zu den begehrten Zielen lange Fußwege erspart bleiben. Dafür tun wir alles. Wenn wir wieder zu Hause sind, können wir den Verwandten, Freunden und Kollegen von der Einzigartigkeit der Sehenswürdigkeiten berichten. Von der majestätischen Schönheit der Pyramiden, den Korallenriffen an der Nordküste von Osttimor oder im Roten Meer, den Inseln der Malediven oder Städten wie Sankt Petersburg, New York oder Venedig. Kaum jemand macht sich Gedanken über den Preis, den unser Reisefieber kostet. Sicher ist es toll, zu reisen, Menschen und fremde Kulturen kennenzulernen und es ist auch bestimmt nichts Falsches daran. Wenn ich aber zum Beispiel Bilder von Venedig sehe, wie riesige Kreuzfahrtschiffe am Markusplatz vorbeifahren und das Wasser der Kanäle unter die Straßen und Plätze der Stadt verdrängen und so Hohlräume entstehen lassen, die langfristig die Stabilität der Stadt, wie auch die Sicherheit der Menschen gefährden, frage ich mich, ob das der Preis unserer Sensationslust ist. Muss ich denn wirklich mit solchen riesigen Schiffen quasi bis ins Hotel gefahren werden? Von der Umweltverschmutzung einmal abgesehen gibt es immer wieder mit den großen Schiffen gefährliche Situationen, werden kleine Boote fast gerammt oder abgedrängt. Es kann nur eine Frage der Zeit sein, bis eines der Riesenschiffe die Stadt rammt. Bedingt durch den sandigen matschigen Untergrund der Inseln, auf denen Venedig erbaut wurde, versinkt die Stadt ohnehin mit jedem Jahr um einige Millimeter. Wir müssen das nicht noch durch die Kreuzfahrtschiffe beschleunigen. Eine Alternative könnte das Fahrverbot für die großen Schiffe sein. Halt wäre dann am Festland und die Passagiere müssten mit Booten nach Venedig weiterreisen – ein weitaus kleineres Übel als eine versunkene Stadt…

Stonewall und die Toleranz

In diesem Jahr jährt sich der Stonewall-Aufstand der Schwulen und Lesben zum 50. Mal. Die Homosexuellen hatten es satt, kriminalisiert zu werden, setzten sich gegen die Razzien und die damit einhergegangenen Diskriminierungen zur Wehr. Stonewall ist also nicht von ungefähr immens wichtig für alle „anders liebenden“ Menschen auf der Welt. Schnell war klar, um nicht wieder in alte Zustände zurückzufallen, mussten die Schwulen, Lesben und Transgender in der Öffentlichkeit sichtbar bleiben. „Normal“ ist nur das was man kennt. Darum feiern wir in jedem Jahr den Christopher-Street-Day, fordern Toleranz und Respekt gegenüber uns als Minderheiten und für unseren Lebensstil. Nach fünfzig Jahren ist das Verständnis für die Schwulen und Lesben zwar sehr gewachsen, selbstverständlich aber wurde es bis heute nicht. Toleranz ist für viele immer noch nur ein Wort mit angefügtem „aber…“. Weltweit werden Menschen wegen ihrer sexuellen Orientierung diskriminiert, angegriffen, gedemütigt und in vielen Ländern immer noch gefoltert oder getötet. Solange das auch nur an einem einzigen Ort der Welt passiert, hat der CSD seine Berechtigung und ist zwingende Notwendigkeit. Dieser Tag gehört den stolzen Frauen und Männern, die ihren Lebensstil selbstbewusst vertreten. Es ist der Tag, an dem die Regenbogenfahnen der Welt zeigen, wie vielfältig das Leben ist und das jeder einzelne homosexuelle Mensch das Recht dazu hat, zu leben und zu lieben wie er es will.

Nur die Revolution

Kinderschritte

Auf dem Weg zur Arbeit sah ich gestern einen Vater, an der Hand einen kleinen Jungen. Wenn ein Kind einen Schritt macht, macht ein Erwachsener gerade einmal einen halben für denselben Weg, oder anders herum betrachtet, muss ein Kind zwei bis drei Schritte setzen um mit dem Tempo eines Erwachsenen mithalten zu können. Genau dieses Bild bot sich mir beim Anblick der Beiden und ich fragte mich, ob der Vater sich überhaupt bewusst war, dass sein Kind versuchte, sich seinem Tempo anzupassen und ob er wirklich nicht bemerkte wie es an seiner Seite immer wieder in Laufschritte verfiel. Ich fragte mich, ob er darüber nachdachte, wie unausgeglichen und abgehetzt sein Kind in der Kita ankommen würde und wäre am liebsten ausgestiegen, um ihn darauf hinzuweisen. Es ist ein Phänomen unserer schnelllebigen Zeit, immer mehr Dinge in einem immer kleineren Zeitfenster erledigen zu müssen, aber ist es letztendlich nicht so, dass wir uns als Erwachsene genau dazu drängen lassen? Viele Dinge könnten wir viel entspannter erledigen, wenn wir das entsprechende Zeitfenster vergrößern, sei es früher aufzustehen und bewusst mehr Zeit für den Weg, den man mit Kindern zurücklegen muss einzuplanen oder auf dem Heimweg einfach etwas zu bummeln. Das würde auch den Tagesstress der Eltern etwas abbauen und die sich entwickelnde Ruhe überträgt sich dann auch auf mein Kind und den Rest der Familie zu Hause.

Wie oft klagen wir Eltern darüber, wenn Kinder abends nicht einschlafen wollen, nicht schnell genug etwas erledigen oder in unseren Augen „unausstehlich“ sind? Dabei ist in vielen Fällen unsere eigene Ungeduld und eine falsche Koordination unserer Zeit der wahre Grund dafür und wir vergessen, Kinder brauchen Zeit zum Schauen, Wahrnehmen, Fragen, Begreifen und Verarbeiten und natürlich zum Spielen, der Grundlage für jede Entwicklung. Das dauert eben, solange es dauert. Es ist sicherlich nicht einfach, in der heutigen Zeit alles unter einen Hut zu bekommen, aber bei den Kindern sollten wir keinerlei Abstriche machen. Sie merken sich sehr viel und die Rechnung kommt, wenn sie älter werden und keine Zeit (gleichgesetzt mit Lust) haben Eltern zu besuchen, die keine Zeit für sie hatten, als sie noch Kind waren. Ein Kind im Eiltempo neben den Erwachsenen geht unter in Stress und Hektik des Alltags, sieht keine Blätter vom Baum trudeln oder Bienennektar aus dem Blüten sammeln und weiss nicht, wie Schnee auf der Zunge schmilzt und wie sich das anfühlt. Wir sollten uns daran erinnern, wie es uns als Kind ging und was wir von heute aus betrachtet gern gemacht hätten – wenn wir als Kind genügend Zeit gehabt hätten, und unseren Kindern genau diese Zeit, die sie brauchen geben. Ein guter Anfang dafür ist die Anpassung unserer Laufgeschwindigkeit an die Schritte der Kinder.

Hol dir dein Mikowbook!

Postkarte 001

Eisern Union – Glücksmoment und Wermutstropfen

Auch wenn ich kein Fußballfan bin, freut mich der Aufstieg der Eisernen in die Bundesliga doch sehr. Schließlich ist es schon etwas sehr Besonderes, als ehemals ostdeutscher Verein nun in der Creme-de-la-Creme des Fußballs mitspielen zu können. Das Glücksmoment sei ihnen vergönnt und auch Motivation, ihren Stand beizubehalten und weiter auszubauen. Bei aller Freude aber spüre ich auch einen kleinen Wermutstropfen: den Tod von Karl im Februar, der diesen großartigen Moment leider nicht mit den Spielern und den Fans von Union teilen und erleben durfte.

Die Europawahl 2019

Es konnte nur kommen wie es kam. Die Menschen haben es satt, von antiquierten Parteien bevormundet zu werden. Sie sind maßgeblich mit Schuld am Rechtsruck, der Europa gerade heimsucht. Niemand spürte das Gegenwirken der Politik zur Rechtsbewegung in unserem Land und in Europa. Probleme wurden permanent zerredet, von Lösungen ist man weit entfernt. Mit volksnaher Politik hat das nicht viel zu tun. Da ist der Stimmenzuwachs bei den Grünen ein Segen, denn die Alternative wäre blau oder braun, und deren Stimmenzuwächse sind ohnehin mehr als bedenklich und können schon lange nicht mehr klein geredet werden.

Wenn die Unionsparteien wirklich etwas daraus lernen wollten, beginnen sie jetzt keine Schuldigensuche. Die finden sie nämlich nur in ihren eigenen Reihen. Die Zeit ist kostbar und überraschend kam das Ergebnis schließlich nicht. Es ist Zeit, neue Wege zu beschreiten. Konservative Parteien sind mit der Zukunft unserer Demokratie und eines gemeinsamen starken Europas nicht mehr zeitgemäß. Die Zukunft braucht neue Wege, neue Entscheidungen im Sinne aller europäischen Menschen, keine alten Männer, die an alten Zöpfen hängen. Die Menschen entwickeln sich weiter, Europa entwickelt sich weiter. Die Parteien müssen auf die Menschen hören und auf ihre Prioritäten achten und ihre Politik dementsprechend anpassen. Das und nichts anderes ist die Aufgabe der vom Wähler beauftragten Parteien und nur das schafft Vertrauen in eine erfolgreiche Landes- und Europapolitik. Die Wahlbeteiligung in Deutschland und den europäischen Ländern ist gegenüber den letzten Wahlen gestiegen. Ein demokratisches, starkes Europa ist also für die Menschen wichtig.

Parklets für Steuergelder

In Berlin werden derzeit sogenannte Parklets aufgestellt. Sie sollen den Verkehr beruhigen und Fußgänger zum Verweilen einladen. In Wahrheit aber blockieren sie die ohnehin knappen Parkplätze in der Stadt und sind mit einem Preis von mehreren tausend Euro nicht gerade preiswert für eine Stadt, die „arm aber sexy“ ist. Über das Erscheinungsbild ließe sich streiten, jedoch habe ich noch nie jemanden an diesen Orten verweilen sehen. Wer will auch schon dicht neben einer befahrenen Straße verweilen. Es wird also wieder einmal kommen, wie es kommen muss: Steuergelder werden verwendet, unverhältnismäßige Projekte zu finanzieren, die früher oder später wegen mangelnder Wartung und Pflege zu einem neuen Schandfleck der Hauptstadt werden.

40.000 Stimmen gegen steigende Mieten

40.000 Menschen demonstrierten am Samstag auf dem Berliner Alexanderplatz gegen die steigenden Mieten. Es kann einfach nicht sein, das ein unzumutbarer Teil des Einkommens für das Grundrecht auf Wohnen verwendet werden muss um Reiche immer reicher zu machen. Eine Deckelung muss dringend her. Ich glaube aber nicht, dass Enteignung der richtige Weg ist. Ein Stagnieren der Mietsteigerungen oder eine Entlastung der Mieter würde auf Jahre durch die zu erwartenden Klagen der Eigentümer nicht greifen. Die Politik ist dringend gefordert und sollte bedenken, die 40.000 Menschen auf Alexanderplatz sind 40.000 Stimmen bei der nächsten Wahl.

Ein neuer Fußtritt für die Menschenrechte

Mit der heute in Kraft gesetzten Strafrechtsreform im Sultanat Brunei wurden erneut die Menschenrechte massiv mit Füßen getreten. Für Diebstahl ist nun die Amputation von Händen und Füßen möglich, gleichgeschlechtlicher Sex wird mit der Todesstrafe für Männer und Stockhieben oder Gefängnis für Frauen bestraft. Ebenfalls steht auf Raub, Vergewaltigung und die Lästerung des Propheten Mohammed die Todesstrafe. Der Sultan von Brunei rechtfertigt diese grausamen und zutiefst unmenschlichen Strafen mit der Verehrung Allahs und der islamischen Lehre. Verehrung für Gräueltaten – widerlicher kann nichts auf der Welt sein. Es ist höchste Zeit, einmal nicht an Geld zu denken und sämtliche Beziehungen zu einem solchen Staat abzubrechen. Jedem muss klar sein, wenn er zum Beispiel in einem der Hotels übernachtet, die im Besitz Bruneis sind, finanziert er damit die Ermordung und Verstümmelung von Menschen. Ich protestiere hiermit auf das schärfste gegen die Politik solcher Länder. Nichts rechtfertigt die vorsätzliche Vernichtung des Lebens und der Gesundheit eines Menschen durch einen Menschen.

Von drei auf zwei und zurück oder doch lieber nicht?

Nach endlosen Disputen über die jährliche Zeitumstellung ist es nun endlich soweit. Der Zeitsprung auf dem Zifferblatt gehört ab 2021 endlich der Vergangenheit an. Bis dahin müssen sich die Länder nur noch darauf einigen, ob nun die Sommerzeit oder die Winterzeit die beständige normale Zeit sein wird. Ich finde, es war Zeit für das Ende der Zeitumstellung. Sie hat nur unnötig Aufwand und Geld gekostet und wer wirklich gefühlte Probleme mit der verrutschten Stunde hatte, dürfte nun ein Problem weniger haben.